Literarische Entstehungsgeschichten: Ingeborg Bachmann vs. Ilse Aichinger

Shownotes

Neues Jahr, neue Herausforderung: Auch 2026 begeistern euch unsere Hosts Pia und Christina wieder mit spannenden Entstehungsgeschichten zu bekannten und unbekannten Literaturen – euch erwarten autobiografische Einblicke in das Leben berühmter Autor*innen, Neu- und Wiederentdeckungen literarischer Werke und die Hintergründe dazu, wie große Literatur entstanden ist. Alle Leserinnen und Leser, die unmittelbar in der Umgebung von Innsbruck wohnen, können sogar abstimmen, welche Entstehungsgeschichte ihnen besser gefallen hat und jede Folge eine Limited Edition S’Vorwort-Tasse gewinnen. Ja, sie ist blau. Ja, sie hat einen Henkel. Und ja, sie eignet sich hervorragend für jedes Getränk eurer Wahl – aber wir empfehlen natürlich (Eis-)Tee.

Anlässlich des Bachmann-Preises, der jedes Jahr im Juni in Klagenfurt während der Tage der deutschsprachigen Literatur stattfindet und heuer das 50. Mal in Folge vergeben wird, stellt Pia euch heute das Leben und Werk einer der ganz großen österreichischen Schriftstellerinnen vor: Ingeborg Bachmann. Die würde am 25. Juni 100 Jahre alt werden! Christina folgt auf dem Fuß mit einer weiteren Größe der österreichischen Nachkriegsliteratur: Ilse Aichinger, zu der Ingeborg Bachmann ein freundschaftliches Verhältnis pflegte. Beide Schriftstellerinnen haben die österreichische Literaturlandschaft nachhaltig geprägt.

Infos zu den Tagen der deutschsprachigen Literatur sowie dem Bachmann-Preis: https://bachmannpreis.orf.at/ https://www.klagenfurt.at/stadtinfo/veranstaltungen/tage-der-deutschsprachigen-literatur

Gibt’s auch in der Stadtbibliothek:

Werke von Ingeborg Bachmann: https://stbibk.litkatalog.eu/litterare/simple_search?query=ingeborg+bachmann

Werke von Ilse Aichinger: https://stbibk.litkatalog.eu/litterare/simple_search?query=ilse%20aichinger

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Transkript anzeigen

00:00:21: Vorsicht!

00:00:01: Der Genuss dieses Podcasts kann zu vermehrten Bibliotheksbesuchungen führen.

00:00:22: Hallo und herzlich willkommen zurück beim Vorwort im Podcast der Stadtbibliothek Innsbruck, mein Name ist Christina Und ich

00:00:28: bin die Pia

00:00:28: und wir begrüßen euch heute zur fünften Folge des Jahres der literarischen Entstehungsgeschichten.

00:00:33: in diesem Format tritten Pia & Ich gegeneinander an indem wir euch jeweils eine interessante Entstehungsgeschichte eines Autors oder einer Autorin und deren Werk mitbringen.

00:00:44: Ihr dürft abstimmen, welche Geschichte euch besser gefallen hat!

00:00:47: Das geht immer direkt vor Ort in der Stadtbihütik Innsbruck – wenn ihr für uns abstimmt habt ihr zudem die Chance, eine Limited Editions-Forward-Tasse zu gewinnen.

00:00:57: Es nehmen immer viele Leute an den Abstimmungen teil.

00:01:02: Vielen Dank dafür und allen GewinnerInnen wünschen wir viel Freude mit ihrer Tasse die übrigens bei den Temperaturen auch für EIST funktioniert.

00:01:12: Ja, genau!

00:01:14: So viel Fertig.

00:01:16: Die Möglichkeit zu teilen am Gewinnspiel ist an die Abstimmung geknüpft und findet immer bis zu einer Woche nach Erstausstrahlung der Folge in der Stadt Bibliothek statt.

00:01:26: Am Ende des Jahres zählen wir dann aus und erfahren wer von uns dieses Jahr den Titel für die beste Entstehungsgeschichte Erzählerin des Jahre.

00:01:40: Jedes Jahr im Sommer richtet sich der Blick der Literaturwelt nach Klagenfurt.

00:01:44: Dort lesen ArthorInnen ihre noch unveröffentlichten Texte vor einer Chirie, diskutiert wird live öffentlich und oft auch kontrovers.

00:01:52: Seit nineteen siebenundsebzig finden diese Lesungen statt – und zwar während der Tage der deutschsprachigen Literatur.

00:01:58: Es geht natürlich um den Ingeborg-Bachmannpreis Einen der bekanntesten Literaturpreise in Deutschland.

00:02:05: Zu den Preisträgerinnen zählen unter anderem Sharon Dodua Otto, Franz Obel oder Uwe Telkamp.

00:02:11: Namen die die deutschsprachige Literatur prägen.

00:02:14: Doch neben der Auszeichnung selbst ist vor allem eines geblieben – Der Anspruch Literatur als etwas Lebendiges zu begreifen!

00:02:21: Die Tage der Deutschsprachigen Literaturen, Literaturen von dem Jahr im Jahr zum Jungen bis zum Juli, mit der Preise, also das sind Lesetage und die Preisverleihung findet dann am achtundzwanzigsten Juni in Klagenfortstadt.

00:02:35: Das Jahr zwanzig sechs und zwanziger ist ein Doppeljubiläum.

00:02:39: Einerseits gilt es fünfzig Jahre Bachmann-Preis zu feiern und andererseits gibt's auch den hundertsten Geburtstag von Ingeburg Bachmann selbst.

00:02:47: Weshalb die Stadt das Jahr zum Ingeborg Bachmann ja ausgerufen hat?

00:02:51: Und aus diesem Grund fanden wir zwei es nur angemessen uns auch in der heutigen Folge mit Ingebock Bachmann zu befassen.

00:02:58: Ihr gegenübergestellt ist dann die Ilse Eichinger, beide Autorinnen gelten als wichtige literarische Stimmen im deutschsprachigen Raum.

00:03:05: sie haben die Nachkriegsliteratur geprägt waren verbunden durch persönliche Nähe und doch auch getrennt durch ihre individuellen literarischen Wege.

00:03:15: Ich glaube, du hast die Ehrenfrau heute.

00:03:19: Die Ehren-Frau?

00:03:20: Die

00:03:20: Ehre, die ehren Frau vorzuschauen.

00:03:23: Das Geburtstagskind!

00:03:27: Es war Mord.

00:03:28: mit diesen drei Worten endet der Roman Marlina und öffnet uns zugleich den Blick auf das Schreiben der österreichischen Schriftstellerin Ingebock Bachmann insgesamt Denn Marlena ist kein gewöhnlicher Roman über Beziehungen.

00:03:41: Auf den ersten Blick erzählt er von einer Dreiecksgeschichte.

00:03:45: Die namenlose Ich-Erzählerin gibt Ivan, während sie mit Marlina zusammenlebt.

00:03:49: Doch schnell wird klar – das ist keine gewöhnliche Konstellation!

00:03:53: Je weiter der Text voranschreitet, desto mehr verschiebt sich alles, die Grenzen zwischen den Figuren beginnen zu verschwimmen.

00:03:59: Viele lesen Marlena nicht als eigenständige Figur sondern als Teil des ichs aus einer Art innere Instanz, die kontrolliert und

00:04:07: unterdrückt.".

00:04:08: Besonders im berühmten Traumkapitel kippt der Roman endgeltig ins Verstörende.

00:04:13: Bilder von Krieg und Gewalt durchziehen die Handlung, und patriarchale Figuren werden zum Täter.

00:04:18: Die weibliche Ichherzählerin verstummtschloss endlich!

00:04:22: Der Roman ändert mit den berühmten Worten Es war mort.

00:04:26: Ein klassisches Verbrechen oder eine Auflösung wie bei Agatha Christie gibt es nicht.

00:04:30: Stattdessen löst sich unsere Ichherzählerin auf und verschwindet in einer Wand.

00:04:35: Für Bachmann ist Gewalt nie nur physisch, sie steckt in Beziehungen, in der Sprache selbst und in gesellschaftlichen Strukturen.

00:04:43: Das sitziert Bachmann in ihrem Roman und thematisiert dabei Geschlechterverhältnisse das Patriachat, Identität die Suche nach einer neuen Sprache und kollektive und persönliche Traumate.

00:04:55: Verständlich für eine Art Horein, die schon früh mit den Auswirkungen von Gewalt und Macht konfrontiert wurde.

00:05:00: Geboren im Jahr neunzehnundzwanzig in Klagenfurt wächst Ingeburg Bachmann in einer Zeit auf, die von Anfang an von politischer Gewalt geprägt ist.

00:05:09: Der Nationalsozialismus ist für sie keine abstrakte Vergangenheit sondern eine unmittelbare Erfahrung.

00:05:15: Diese frühe Konferenzation mit Macht Angst und Sprachlosigkeit wird zu einem zentralen Motor ihres Werks.

00:05:22: Nach dem Krieg studiert sie Philosophie Psychologie und Germanistik in Innsbruck Graz & Wien.

00:05:29: Ab den neunzehnfünfziger Jahren ließ sie bei der Gruppe Siemonvierzig, einem deutschsprachigen Schriftschalter treffen, gewinnt Preise und veröffentlicht den Gedichtband die gestundete Zeit.

00:05:40: Doch Bachmann bleibt nicht bei der Lyrik – sie geht weiter hin zur Brosa und ihrem einzigen zu lebzeiten veröffentlichen Roman, Marlina, da einsehneunzebzig veröffentlich wird!

00:05:50: Literarisch prägend für Bachmann sind auch ihre Beziehungen, etwa die Liebes- und Schreibbeziehung zu Paul Selann oder die intensive und konfliktreiche Beziehung zum Max Frisch.

00:06:00: Während ihrer Liebesbeziehungen zu Männern offiziert und dramatisiert werden zeichnet sich Reverbindung zur österreichischen Schriftstellerin Ilse Eichenger durch Freundschaft und literarische Verbundenheit aus.

00:06:12: Die beiden lernen sich im Wien der Nachkriegszeit kennen.

00:06:15: anschließend entschied ein Briefwechsel.

00:06:17: Er zeigt zwei Autorinnen, die sich in einer Nachkriegswelt orientieren.

00:06:21: In ihren Briefen entsteht über Jahre hinweg eine vertraute Wahlfamilie, die von gegenseitiger Unterstützung Ausstausch, Tauschüberschreiben und Alltags sowie den Versuch geprägt ist, sich vom männlich dominierten Literaturbetrieb gegenseite zu stärken.

00:06:35: In two-neinzehntsechzig endet der Briefregelwechsel der inzwischen sehr berühmten Autorien – und damit wohl auch ihre Freundschaft!

00:06:43: In einem nicht abgesendeten Brief an Eichinger schreibt Bachmann schlussendlich, ich habe das Gefühl viel zu wenig gesagt zu haben.

00:06:50: Dir zu wenig Gedanken zu haben, dich zu wenig oft gesehen zu

00:06:53: haben.".

00:06:55: Eichiger sagt später über Bachmann in einem Interview, ach die Bachmann!

00:06:58: Das ist so feminin, so ungeheuer ergeben.

00:07:01: sie kommt überhaupt nicht auf die Idee dass es auch biologischere Wollte an Archie gibt.

00:07:06: Die Verbindung zwischen Bachmann und Eichhinger war geprägt von freundschaftlicher Nähe, literarischer Austausch und späterer Distanz.

00:07:13: Vor diesem Hintergrund lohnt sich ein Blick auf Ilse Eichinger's eigene Geschichte und die Erfahrungen, die ihr Schreiben geprägt haben.

00:07:20: Und genau dort setzt jetzt unsere Nichtszeitenstehungsgeschichte an!

00:07:25: Ilse Aichinger wollte ursprünglich gar keinen Roman schreiben.

00:07:29: Sie wollte festhalten was sie während der NS-Zeit erlebt hatte so genau wie möglich.

00:07:35: Später sagte sie selbst sie habe zunächst eigentlich nur einen Bericht über die Kriegszeit schreiben wollen.

00:07:42: An ein Buch habe ich sie gar nicht gedacht.

00:07:45: Ese Eichinger wurde in Nr.

00:07:47: und zwanzig in Wien geboren, Sie hatte eine Zwillingsschwesternamens Helga.

00:07:52: Ihr Vater war Lehrer, Ihre Mutter war jüdische Ärztin.

00:07:55: Nach der frühen Scheidung der Eltern lebte Eese Eichinge zunächst in Linz später wieder in Wyn oft bei ihrer jüdischen Großmutter oder in Kloster-Schulen.

00:08:05: Mit dem Anschluss Österreichs nr.unddreißig änderte sich das Leben der Familie radikal.

00:08:11: Eichingas Schwester Helga konnte neunzehntneinunddreißig mit einem Kindertransport nach Großbritannien fliehen.

00:08:18: Der Rest der Familie konnte nicht mehr nachkommen, weil der Krieg begann.

00:08:23: Isse Eichinger blieb in Wien bei ihrer Mutter.

00:08:25: Das war nicht nur eine private Entscheidung sondern auch eine Überlebensfrage.

00:08:30: Ihre Mutter war als Ärztin und Jüdin gefährdet Und Eichinge bliebe bei ihr um vor der Deportation zu schützen.

00:08:37: Später versteckte sie ihre Mutter sogar in einem ihr zugewiesene Zimmer direkt gegenüber dem Gestapo-Hauptquartier im ehemaligen Hotel Metropol, Amor Zinplatz.

00:08:46: Ihre Großmutter und die jüngeren Geschwister ihrer Mutter wurden twohneunzehnhundertzweiundvierzig deportiert und in einem Vernichtungslager ermordet.

00:08:54: Nach dem Krieg begann Eichinger neunzehnhundertfünfundvierzzig ein Medizinstudium Doch nach fünf Semestern brach sie es ab um an ihrem Teils autobiografischen Roman die größere Hoffnung zu schreiben.

00:09:06: Dieser Roman entstand dabei nicht in einem ruhigen Arbeitszimmer sondern in der Küche einer armseligen Wohnung, in einem äußeren Bezirk Wiens und im Dienstzimmer eine Anstalt für unheilbare Alte- und Abgeschobene, in der ihre Mutter als Ärztin arbeitete.

00:09:22: In nineteen achtundvierzig erschien die größere Hoffnung.

00:09:25: Im Mittelpunkt steht Ellen ein junges Mädchen in Wien während deren Esszeit.

00:09:30: Sie ist wie Eichinger selbst von den Verfolgungsgesetzen betroffen.

00:09:35: Der Roman erzählt von Kindern, die ausgeschlossen bedroht und ihrer Zukunft beraubt werden Aber Eichinger schreibt keine realistische Chronik der Verfolgung.

00:09:44: Der Roman besteht aus zehn chronologisch angeordneten Bildern, erzählt aus der subjektiven Perspektive eines fünfzehnjährigen Mädchens.

00:09:51: Traum, Märchen, Mythos und Geschichte verschränken sich.

00:09:55: Monologe wechseln mit Dialogen, auktoriales erzählen – mit Personalem erzählen.

00:10:00: Das Grauen wird dadurch nicht abgeschwächt sondern auf eine andere Ebene gehoben.

00:10:05: Der Titel klingt dabei fast widersprüchlich.

00:10:07: Die größere Hoffnung Denn der Roman erzählt gerade davon, dass es die großen Hoffnungen eigentlich nicht mehr gibt.

00:10:15: Hoffnung erscheint nicht das Lösung sondern als etwas Brüchiges vielleicht sogar Unmögliches.

00:10:22: Schon früh wandte sich Eichinger gegen das Verdrängen der Geschichte.

00:10:40: Man müsse der Klarheit, der eigenen Absichten, der Tiefe der eigenen Gedanken und sogar der Güte der eigenen Taten misstrauen.

00:10:49: Auch darin unterscheidet sie sich von vielen Nachtricksstimmen.

00:10:53: Eichinger will nicht einfach neu anfangen – Sie will nicht glätten, nicht beruhigen, nicht zu tun als könne Sprache nach Nr.

00:11:05: Sprache erscheint ja immer weniger als verlässliches Ausdrucksmittel.

00:11:15: Sie selbst sagte einmal, man könne nicht einfach drauf losschreiben und künstlich Zusammenhänge

00:11:20: herstellen.".

00:11:22: In diesem Punkt lässt sich auch die Verbindung zu Ingeborg Bachmann ziehen.

00:11:27: Bachmann und Eichinger lernten einander schon kurz nach Bachmanns Ankunft in Wien im Herbst ´四zig kennen und wurden Freundinnen.

00:11:35: Beides suchten nach Nr.

00:11:36: und

00:11:37: Nr.,

00:11:38: nach einer Sprache für Gewalt, Verlust und Schuld.

00:11:41: Aber wie wir schon erfahren haben, fanden sie sehr unterschiedliche Wege

00:11:45: dafür.".

00:11:47: So setziert Bachmann in Marlina die Gewalt in Beziehungen, in Sprache und in gesellschaftlichen Strukturen.

00:11:54: Eichinger beginnt dagegen früher unmittelbarer Nachdemkrieg und schreibt das eine Erfahrung heraus, in der Sprache selbst bereits beschädigt ist.

00:12:02: In den letzten Jahren wurde Eichinger erstmals zur Gruppe forty-sehn eingeladen, wo sie auch ihren späteren Mann Günther Eich kennenlernte.

00:12:11: Zweiundfünfzig gewann sie mit ihrer Spiegelgeschichte dem Preis der Gruppe vierzehntig.

00:12:16: Dreiundfünftig heiratete sie Eich.

00:12:19: Die beiden lebten später mit ihren Kindern unter anderem in Breitbunnen, Kinssee, Lenkris und Großmein im Land Salzburg.

00:12:28: Eichingern veröffentlichte vergleichsweise wenig, zog sich immer wieder zurück und schrieb Texte, die sich bewusst gegen klare Erwartungen stellten.

00:12:36: Auch ihre Beziehung zu Ingeborg Bachmann spiegelt diese Spannung.

00:12:41: Was als enge Verbindung begann – als Austausch zweier Autorinnen in einer zerstörten Nachkriegswelt entwickelte sich über die Jahre auseinander.

00:12:51: Denn Eichinger blieb skeptisch gegenüber festen Rollenbildern, gegenüber Erwartlungen auch gegenüber dem was man von ihr als Autorin erwartete.

00:13:00: Vielleicht ist genau das der Punkt, an dem sich die beiden Schreibweisen berühren und zugleich unterscheiden.

00:13:07: Während Bachmann in Marlina die Sprache selbst als Ortergewalt untersucht zeigt Eichinger was passiert wenn Sprache gar nicht mehr ausreicht.

00:13:16: Ilse-Eichinger wurde fünfundneunzig Jahre alt.

00:13:19: sie schrieb mit Die größere Hoffnung eines der wichtigsten Bücher der österreichischen Nachkriegsliteratur.

00:13:25: Sie wollte festhalten was nicht verschwinden durfte.

00:13:30: Es ist so spannend, wie sie sich beide dann auseinandergeklippt haben.

00:13:35: Ja weil es ja von den Themen auch teilweise ähnlich waren und sicherer sich da zusammengedan haben und ein bisschen auf sich gegenseitig geschaut haben.

00:13:48: Dieses Konzert der Wahlfamilie oder dass die sich da wirklich ausgetauscht haben verstehen natürlich gerade in einer Welt wo sitzt schwieriger was sich als Schriftstellerin sich zu beweisen, eben gerade gegen diese von Männern dominierte Welt.

00:14:01: Aber interessant dass ich sich dann irgendwie auseinandergebt habe im Endeffekt.

00:14:05: Ich glaube im Endefekt waren sie doch wahrscheinlich zu verschieden und so was ich raushöre hat die Eichinger der Bachmann bis ihr eher stringentes Rollenbild dann letztendlich vorgehalten.

00:14:20: oder vielleicht, weil es im Mai Eindruck in der Recherche war dass die Eichinger sehr auf die Wahlfamilie bedacht waren und eigentlich die Ingeburg Bachmann aufnehmen wollte in die Familie.

00:14:33: Weil ja das wichtig war nach den Schrecken von Holocaust von Assur und dass die Ingeburg Bachmann da eher auf andere Sachen wie zum Beispiel ihre Beziehungen mit Max Frisch oder den Paul Celan konzentriert war.

00:14:50: Ja, ich glaube sie einerseits wollte sich schon irgendwie aus diesem Konstrukt ausbrechen die Bachmann weil sie hat ja diese offene Beziehung geführt mit also wo dann auch wieder später?

00:15:02: vielleicht wollt ihr doch nicht diese offenen Beziehungen haben und konnte nicht ganz ausbrechnen was das an ist.

00:15:08: Also generell mit Männern glaube ich war das wahrscheinlich ein bisschen zu schwierig für Sie um zu sagen naja lasst es ganz hinter mir.

00:15:16: Jedenfalls freuen wir uns, dass jetzt in wenigen Wochen nach der Veröffentlichung von unserer Folge, nach der erste Öffentlichung geht es dann wieder los

00:15:29: mit dem Bachmannpreis.

00:15:30: Mit dem Bachmanpreis im Klangputz immer super spannend!

00:15:34: Schauen wir mal wer diesmal gewinnt?

00:15:35: Ja

00:15:36: und ja... Wir möchten uns bei euch fürs Zuhören bedanken und freuen uns auch auf die wie immer zahlreichen Stimmen vor Ort welche der beiden Entstehungsgeschichten euch diesmal besser gefallen hat.

00:15:50: Wir bedanken uns auch für eure Anfragen und eure lieben Kommentare, euer Feedback sendet ihr einfach wie gewohnt an post.stadtbibliothek at insbruck.gv.at.

00:16:00: Schaut doch außerdem mal auf Instagram unter stadtbibiliothek.insbruck vorbei.

00:16:05: Neben teuren Gewinnspielen halten wir euch dort über alles auf dem Laufenden was in der Stadtbiblitik sonst noch so passiert Und damit wünschen wir euch schönes Lesen!

00:16:15: Tschüss.

00:16:34: Das Vorwort ist eine Produktion der Stadtbibliothek Innsbruck und Teil der Stadt Stimmen, dem Audio-Kanal der Stadt Innsbock.

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